//radparadies bonn, folge 2

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Seit über zwei Jahren wird am Fuß der Reuterbrücke gebaut. Seither ist die rechte Straßenseite östlich der Reuterbrücke für Menschen zu Fuß und auf dem Rad nicht mehr passierbar. Man mag sich darüber aufregen und das für unwürdig halten – aber die Fahrradhauptstadt Bonn hat sich schon was dabei gedacht und kümmert sich liebevoll um artgerechte Haltung für Radfahrende. Aber seht selbst in unserer kleinen Bilderstrecke:

//fig.1: ist Ende-Gelände. Geradeaus weiter geht es nur für Motorkutschen. im Dafür aber doppelspurig. Das niedere Volk hat sich nach rechts zu begeben, wie die Schilder unmissverständlich verdeutlichen.

//fig.2: Die Stadt Bonn kümmert sich liebevoll um artgerechte Haltung für Radfahrende: Die angelegte Kehre ist zwar für technisch versierte Mountainbiker:innen keine wirkliche Herausforderung, aber die kleine Stufe macht die Sache schon kniffeliger. Wer jedoch im Stand das Hinterrad versetzen kann, bekommt hier keine Probleme. Auch an die Sicherheit ist gedacht: Zur linken Seite grenzt ein Zaun aus natürlichen Materialien den Weg zum Abgrund hin ab, zur rechten laden standsichere Metallstangen zum kurzen Verweilen ein. Der Parcours ist hier betont grün und bienenfreundlich gestaltet. Auf Nachfrage bei der Stadt Bonn wurde erklärt, dass die Benutzung des Weges mit Rollstühlen, Lastenrädern und Fahrradanhängern ganz ausdrücklich NICHT verboten ist.

//fig.3: Weiter geht‘s im Abschnitt „Grüne Hölle“: Natürlich ist der Bewuchs mit dem neophytischen Götterbaum nicht optimal, aber schließlich soll hier auch das „Erlebnis Fahrradfahren“ im Mittelpunkt stehen. Mit einer spannungsreichen Streckenführung voller Überraschungen, sowie unterschiedlichsten Bodenbeläge ist das hier voll gelungen.

//fig.4: Der weitere Verlauf des „Raderlebnispfades Reuterbrücke“ ist wieder eher Highspeed-orientiert: Die Pilot:innen sausen hier zwischen Formel-1-erprobten Hochsicherheits-Streckenbegrenzungen. Diese sichern zur rechten Seite das „Flora-Fauna-Habitat Reuterbrücke“ gegen unbefugten Besuch ab und schützen zur linken hin das Freigehege für die Beschäftigten auf der Baustelle.

//fig.5: Fast schon zum Schluss kommt nochmal eine Meisterprüfung: Das Ende der Hochgeschwindigkeitspassage wird durch einen (möglichst zu umfahrenden) Poller signalisiert, der aber dank umfangreicher Beschilderung kein Sicherheitsrisiko darstellt. Zum Abschluss dürfen die Absolvent:innen des Parcours noch gleich zweifach die Beherrschung des „Bunny-Hop“ unter Beweis stellen, um den Radweg in Richtung Süden zu erreichen. Insbesondere für Lastenräder und Gespanne ein Riesenvergnügen, das bei Umstehenden sicher für anerkennende Blicke sorgt.
//fig.4: Der Parcours, Gesamtansicht

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